wiener Leichtathletikverband

Wofür reichen 28 Stunden?
16.02.2018

Die Österreichischen Hallen-Staatsmeisterschaften: WLV-Pressereferent Benjamin Poller hat sich bei Andreas Vojta, Savannah Mapalagama, Markus Kornfeld, Maria Hinnerth und einigen anderen Athleten dazu umgehört.

 

Was kann man innerhalb von fast 28 Stunden erreichen? Viel. Das ist zumindest die Hoffnung für die Wiener Leichtathleten. Sie starten am morgigen Samstag um 12:15 Uhr in die Österreichischen Hallen-Staatsmeisterschaften – und überqueren am darauffolgenden Sonntag um kurz nach 15:30 Uhr ein letztes Mal die Ziellinie. 

 

Brigitta Hesch (DSG Wien) wird die erste Wiener Athletin sein, die in der Linzer TipsArena in einen Wettkampf startet. Im Stabhochsprung – und mit guten Chancen auf eine Goldmedaille. Sie ist in ihrer Karriere bereits 4,15 Meter gesprungen, das ist höher als alle anderen gemeldeten Athletinnen. Diese Saison schaffte sie bereits 4,00 Meter, genauso viel wie ihre größte Konkurrentin Agnes Hodi von der UNION St. Pölten. Die beiden führen die Meldeliste vor vier weiteren Konkurrentinnen aus den Bundesländern an.

 

Nach Hesch werden sich die 60 Meter Läufer ein letztes Mal auf die Schenkel klopfen, bevor sie sich in die Startposition begeben. Die Wiener Athletinnen werden hier wohl besser abschneiden als ihre männlichen Kollegen. Der Grund heißt Savannah Mapalagama (DSG Wien). Sie ist mit der fünftbesten Saisonbestzeit gemeldet und schreibt auf WLV-Anfrage: „Über 60m bin ich diese Saison schon ein paar Mal knapp an meiner Bestleistung gewesen, ich würde mich freuen, wenn ich mich hier [um] ein paar Hundertstel verbessere!“

 

Im darauffolgenden Dreisprung ist Felix Schultschik (UWW-LA) mit der stärksten Saisonbestleistung gemeldet. Eine solche ist bei Roman Schmied von der Oberösterreichischen Union Ebensee nicht vermerkt – seine persönliche Bestleistung deutet aber auf eine klare Favoritenrolle für ihn hin.

 

Dimitri Kudrnofsky (KUS ÖBV Pro Team) ist einer von zwei gemeldeten 800 Meter Läufern aus Wien - ortet sich aber „viel zu weit von meiner persönlichen Bestleistung entfernt, um vorne mitmischen zu können, daher halte ich eine Medaille für sehr unwahrscheinlich.“ Er wäre laut eigenen Angaben zufrieden, wenn maximal fünf andere Athleten vor ihm landen würden, merkt aber an: „Prinzipiell gilt bei Meisterschaften immer das Prinzip ‘man weiß nie, wer am Ende wirklich am Start steht‘, daher kann es auch sein, dass nur 3 Läufer am [Start] auftauchen, wodurch eine Medaille realistisch erscheint“. Bei den Damen sind mit Fiona Aschenbrenner (UAB Athletics), Julia Mayer und Vera Maier (beide DSG Wien) drei Wienerinnen gemeldet.

 

Vier Wienerinnen sind es über die 200 Meter Distanz, Savannah Mapalagama ist die stärkste von ihnen. Schneller zu laufen als Mapalagama? Das hat auch österreichweit kaum eine andere gemeldete Läuferin bisher geschafft. Die einzigen Ausnahmen: Susanne Walli (TGW Zehnkampf-Union) und Alexandra Toth (Allgemeiner Turnverein Graz). Die Bestleistung von Toth liegt allerdings nur 0,01 Sekunden unter jener von Mapalagama. Ist der Vize-Staatsmeistertitel folglich möglich? „Vize werde ich nur wenn Toth nicht fit ist, ansonsten sind Walli und Toth in der Halle deutlich vor mir, weil sie die Kurven besser laufen können!“, meint Mapalagama. Ambitionierte Ziele hat Markus Kornfeld (DSG Wien) bei den Männern: „Über 200m ist das Ziel, möglichst nahe an meine Hallenbestleistung von 22,32 heranzukommen oder diese sogar zu verbessern.“ Er ist der einzige Wiener im 200 Meter Bewerb.

 

Am Samstag um 17:00 Uhr fällt der Startschuss für die 3.000 Meter Distanz. 20 Athleten sind gemeldet – darunter acht aus der Bundeshauptstadt. Unter ihnen: Andreas Vojta (team2012.at), Luca Sinn (UAB Athletics) und Timon Theuer (DSG Wien). „Nachdem der Andi Vojta auf der Meldeliste steht, ist in meinen Augen der 1. Platz vergeben“, meint Sinn. Theuer sieht das ähnlich: „Der Sieg wird höchstwahrscheinlich an den Andi gehen“. Vojta: „Natürlich kommt mir aufgrund der Meldeleistungen eine gewisse Favoritenrolle zu, es gibt aber vor allem einige junge Leute die nun am Übergang in die allgemeine Klasse sind und mir einiges abverlangen werden. So darf ich z.B. einen Stefan Schmid, Albert Kokaly aber auch erfahrenere Athleten wie einen Niki Franzmair nie außer Acht lassen, so groß ist der Unterschied dann nicht, dass da eine Überraschung unmöglich wäre!“

 

Sinn meint zu seinem Antreten: „Die Halle hat heuer keine große Bedeutung für mich. Wir haben uns im Winter, nach einem anstrengenden letzten Jahr mit vielen Wettkämpfen, auf einen ordentlichen Aufbau konzentriert und nehmen die Halle einfach mit.“ Theuer spricht von einem Ergebnis, das ihm eine neue persönliche Bestzeit bescheren würden: Er „wäre mit einer Zeit zwischen 8:30 und 8:20 sehr zufrieden.“ Im darauffolgenden Rennen der Damen sind vor allem zwei Athletinnen aus Wiener Sicht interessant: Elisabeth Pöltner-Holkovic (team2012.at) und Maria Hinnerth (Team Vegan.at) Hinnerth schielt auf eine Medaille: „Um den 4. Platz werde ich auf jeden Fall kämpfen, im Idealfall vielleicht sogar um den 3. Platz.“

 

Auf der Meldeliste für den Lauf über 60 Meter Hürden scheint Florian Domenig (DSG Wien) mit der zweitschnellsten Saisonbestzeit auf. Er wünscht sich einen Podestplatz und hat dafür einen Plan: „Bei den Hürden gilt es, den Speed über die erste Hürde mitzunehmen, dann ist eine gute Zeit drinnen“.

 

„Eine Medaille über 400m ist meiner Meinung nach nicht fix.“ Das meint Markus Kornfeld, obwohl in dieser Saison noch kein anderer Starter schneller war als er und auch die persönlichen Bestzeiten der anderen Läufer für ihn sprechen. Seine Begründung: „Dominik Hufnagl wird sehr schwer zu schlagen sein, Felix Einramhof ist in super Form und man darf natürlich den Nico Garea nicht vergessen, der ebenfalls sehr schnell über die 400m ist.“

 

Andreas Vojta und Timon Theuer machen den 1.500 Meter Lauf für Wiener Leichtathletikfans interessant. Vojta möchte „alles daran setzen, beide Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen [er ist auch über 3.000 Meter gemeldet, s.o.]“ und Theuer visiert an, „die 4 min Schallmauer zu brechen“. Das erscheint alles andere als unmöglich. Seine Saisonbestleistung liegt nämlich bei 4:00:01 Minuten.

 

Den Abschluss bilden die 200 Meter Staffeln, wo die DSG Wien bei Damen und Herren mit jeweils zwei Teams gemeldet ist. Glaubt man Savannah Mapalagama, so könnte der Staatsmeistertitel bei den Damen nach Wien gehen: „Nachdem St.Pölten verletzungsbedingt nicht startet, haben wir da sehr gute Chancen. Die Zehnkampf Union wird unser stärkster Gegner aber wir haben dieses Jahr auch eine super Staffel! Ohne Fehler matchen wir uns um Platz eins.“ Optimistisch ist auch Florian Domenig. Er glaubt „wenn wir gute Übergaben haben und uns aus Rangeleien raushalten, ist sicher eine Medaille drinnen!“

 

Es wären die letzten Medaillen dieser Hallen-Staatsmeisterschaften – nach fast 28 Stunden.

 

Zahlreiche Informationen stammen aus der Meldeliste vom 15.02.2018. Nachnennungen wurden in diesem Text nicht berücksichtigt.

 

Quellen: Meldeliste (downloadbar hier), Ausschreibung (downloadbar hier), ÖLV (1), ÖLV (2), laportal.net, WLV

 

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