wiener Leichtathletikverband

“Selber Schuld, laufen wir halt so schnell”
28.11.2017

 

Luca Sinn, Stephan Listabarth und Vera Mair gewinnen die Wiener Crosslauf-Meisterschaften in der Allgemeinen Klasse. Das Rennen über die Langdistanz hätte ganz anders verlaufen sollen.

von Benjamin Poller

 

Dem Sieger wäre ein geringerer Vorsprung lieber gewesen. Denn Luca Sinn (UAB Athletics) hatte mit Martin Mistelbauer (team2012.at) vor dem Rennen eine Abmachung getroffen: „Der Plan war, dass wir uns [mit der Führungsarbeit] abwechseln, aber dass er dann so schnell laufen wollte… . Da habe ich mir gedacht: ‚Selber Schuld, laufen wir halt so schnell‘“, erzählt Sinn. Der Wechsel an der Spitze funktionierte nur zu Beginn, als sich die beiden vom Rest des Feldes absetzen konnten. Sinn: „Ich glaube nach der dritten Runde war ich dann alleine unterwegs und habe einfach geschaut, dass ich konstant weiterlaufe.“ Tatsächlich war der Abstand zwischen Sinn und Mistelbauer während der dritten Runde noch gering – doch am Ende lagen 64 Sekunden zwischen den beiden Athleten und sorgten für einen überlegenen Sieg des 21-jährigen Sinn.

 

Überlegen agierte auch Stephan Listabarth auf der Kurzdistanz: Nach einer kleinen und einer großen Runde lag der Läufer der DSG Volksbank Wien bereits klar vor seinem Vereinskollegen Roland Fencl. „Ich habe probiert, voll zu laufen“, erklärte er nach dem Rennen, das für ihn „einen Testlauf für die Europameisterschaften“ darstellte. Das Resultat: 15 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Fencl.

 

Die Läufe der Herren, sie waren das exakte Gegenteil zum Rennen der Frauen. Denn hier wurde die Siegerin erst im Zielsprint ermittelt. Nach einer kleinen und zwei großen Runden lösten sich Vera Mair und Julia Mayer (beide DSG Volksbank Wien) vom Rest des Feldes – bis zu jenem Zielsprint, der Mair als neue Wiener Meisterin hervorbrachte. Sie habe die Sprintqualitäten ihrer Konkurrentin Mayer während des Rennens nicht einschätzen können, meinte Mair: „Sie [Mayer] war verletzt und dann wussten wir nicht, wie sie drauf ist.“

 

Die Strecke wurde von den Siegern positiv beurteilt: Sinn schätzte sie als „absolut crosswürdig“ und „besser als in Salzburg“ ein, Mair fand sie „fein zum Laufen“. Dem schloss sich auch Listabarth an: „Sehr schön zum Laufen, auch wenn es mich leider aufgezaht hat, aber das gehört bei mir anscheinend dazu.“

 

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